"Das liegt in der Familie" - so der Volksmund, und er hat recht. Nur, dass wir hinter dieser Aussage keinen Punkt setzen, sondern diese Erkenntnis nutzen.

Wir betrachten die Herkunftsfamilie und stellen fest, dass sich Konflikte, Verhaltensmuster, psychische als auch somatische Störungen, ja, sogar ungewöhnliche Todesfälle, über Generationen hinweg wiederholen können. Aber auch Talente und besondere Fähigkeiten bekommen wir von unseren Ahnen mit.

Im aktuell gelebten System (Familie, Paarbeziehung, Beruf) treffen nun unterschiedlich gelernte, vertraute, aber auch konträre Verhaltensmuster aufeinander, die nicht immer zu harmonischem Miteinander führen. Ebenso kann schon eine kleine Veränderung innerhalb des Systems - oftmals wie von Zauberhand geschaffen - einen unüberwindbar scheinenden Konflikt auslösen.

Da wir aber nicht mit Zauberei arbeiten, sondern mit Logik, wissen wir, dass auch die Lösung des Problems im System liegt. - Das bedeutet nicht, den Sündenbock ausfindig zu machen, sondern festzustellen, wie das System funktioniert, und auf welche Weise das System der Herkunftsfamilie immer noch wirksam ist, auch wenn man dieses räumlich längst verlassen hat.

Das Prinzip: Betrachten und feststellen, ohne zu werten.

Das Instrumentarium für die Arbeit mit Einzelpersonen, Paaren und Familien ist reichhaltig. So unterstützen gestaltende, analysierende und spielerische Elemente überholte Glaubenssätze und Muster zu erkennen, die Freude am Ausprobieren neuer Möglichkeiten, einen neuen Blickwinkel einzunehmen, andere Lösungs- und Handlungsalternativen zu entwickeln. Dann können störende Verhaltensmuster verabschiedet werden, um damit Platz für die Fähigkeiten zu schaffen, die bisher im System der eigenen 'Inneren Familie' geschlummert haben.

Die Systemische Therapie entwickelte sich aus der klassischen Familientherapie. In USA begann die Forschung in den 60er Jahren. An verschiedenen Universitäten befassten sich namhafte Ärzte und Psychotherapeuten mit dem System Familie. In Europa folgte die Gründung der Mailänder-, der Heidelberger- und der Weinheimer Schule, die von Virginia Satir (ehemals Mental Research Institute in Palo Alto, USA) angeregt und mitgegründet wurde.