„Aber lasst Raum zwischen euch. Und lasst die
Winde des Himmels zwischen euch tanzen.

Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur
Fessel: Lasst sie eher ein wogendes Meer
zwischenden Ufern eurer Seelen sein.

Füllt einander den Becher,
aber trinkt nicht aus einem Becher.
Gebt einander von eurem Brot,
aber esst nicht vom selben Laib.

Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich,
aber lasst jeden von euch allein sein,
so wie dieSaiten einer Laute allein sind
und doch vonderselben Musik erzittern.

Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderen Obhut.
Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.

Und steht zusammen, doch nicht zu nah:
Denn dieSäulen des Tempels stehen für sich,
und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht
im Schatten der anderen.“

Khalil Gibran, Der Prophet, Becharré 1972